Beitragskreis und Refinanzierung

Henning Funke
Tel.: 0151 142 378 33

Heinz-Werner Lehnart
Tel.: 02331 63 17 32

Ilka Lemmer
Tel.: 02332 66 58 77

Terminvereinbarungen bitte ausschließlich über das Büro der Schulverwaltung:

Frau Mönkemöller
Tel.:  02331 404085

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Die Waldorfschulen in Deutschland - und somit auch unsere Schule - sind „Private Ersatzschulen“ nach Art. 7 Abs. 4 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Damit sind sie - anders als Ergänzungsschulen - den staatlichen Schulen gleichgestellt und haben einen Anspruch auf eine Refinanzierung ihrer Kosten.

Da die Schulpolitik in der BRD Ländersache ist, wird die Refinanzierung in unseren Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. In NRW erhalten Ersatzschulen 87% ihrer refinanzierungsfähigen Aufwendungen erstattet. Leider sind essentielle Lehrinhalte der Waldorfpädagogik nach rechtsgültiger Auffassung der Schulbehörden des Landes NRW nicht refinanzierungsfähig. Dazu gehören beispielsweise der Eurythmieunterricht und weite Teile des Werkunterrichtes. Dadurch erhöht sich die zu erbringende Eigenleistung bei unserer Schule auf 21% der Gesamtkosten. Um diese Kosten zu stemmen, ist es an vielen Waldorfschulen gängige Praxis, dass Lehrerkollegien und Eltern Solidargemeinschaften bilden.

An unserer Schule bildet das Kollegium eine Gehaltsgemeinschaft, in der die unterschiedliche staatliche Refinanzierung von Unterstufen-, Mittelstufen- und Oberstufenlehrern auf der Ebene der Gehälter solidarisch ausgeglichen wird.

Grundsätzlich bedient man sich an fast allen Waldorfschulen zur Feststellung des Beitrags zur Eigenleistung eines von zwei Methoden: einem festen Elternbeitrag, der auf Antrag ermäßigt werden kann oder einem einkommensabhängigem Beitrag, der in jedem Einzelfall individuell vereinbart wird. Dieses Methode der einkommensabhängigen Feststellung findet bei uns Anwendung, da es seit jeher erklärtes Ziel unserer Schule ist, kein Kind wegen der finanziellen Situation seines Elternhauses vom Schulbesuch auszuschließen. Damit erkennen wir auch ausdrücklich das im Grundgesetz festgelegte „Sonderungsverbot“ an, nachdem jedem Kind, unabhängig von den Einkommensverhältnissen der Eltern, der Zugang ermöglicht werden muss. Dies erfordert ein hohes Maß an Anerkennung des Solidarprinzips, denn wirtschaftlich stärkere Schultern tragen mehr als schwächere.

Ein hohes Maß an Akzeptanz und Verständnis bei allen Elternhäusern finden wir durch die Anwendung eines wissenschaftlich fundierten Modells der „Einkommensgrenzen nach Haushaltstypen“ – IDW Köln. Anhand dieses Modells lässt sich ein durchschnittliches Einkommen nach Haushaltstypen ermitteln (Alleinerziehend oder Paar, Anzahl und Alter der Kinder). Das für Ihren Haushaltstyp ermittelte Durchschnittseinkommen lässt sich dann mit Ihrem realen Einkommen vergleichen und ein Orientierungsrahmen für Ihre Eigenleistung wird ermittelt. Diese transparente und willkürfreie Anwendung sorgt für ein Höchstmaß an Gerechtigkeit.

Selbstverständlich findet die Festlegung des individuellen Beitrags zur Eigenleistung in einem Gespräch mit dem Beitragskreis statt. Der vorher ermittelte Orientierungsrahmen bildet dabei die Grundlage. Die Feststellung Ihres Nettohaushaltseinkommens erfolgt aufgrund einer Selbstauskunft ohne generelle Forderung nach einem definitiven Nachweis des Haushaltsnettoeinkommens (z.B. durch Vorlage des Steuerbescheides). 

Jeder finanzielle und ehrenamtliche Beitrag zur Trägereigenleistung unserer Schule ist eine gut angelegte Investition in die individuelle Entwicklung der eigenen Kinder. Finanzielle Beiträge sind zudem teilweise steuerlich absetzbar!