Das Klassenspiel am Ende der 8. Klasse

Das nächste Acht-Klass-Spiel wird vom 5. - 7. April 2019 aufgeführt.

Bitte schalten Sie aus Respekt vor der Leistung Ihrer Kinder Ihre Mobiltelefone aus. Nutzen Sie die kurzen Pausen zwischen den Darbietungen für das Verlassen oder Betreten des Saales. Nehmen Sie bitte keine Getränke mit in den Veranstaltungsraum.

DANKE!

Klassenspiele gehören fest in den Lehrplan von Waldorfschulen und bedeuten weit mehr als eine Theater AG, zu der kommen kann, wer Lust und Zeit hat. –  Sie sind verpflichtend.
In der achten Klasse sucht der Lehrer gemeinsam mit seinen Schülern ein Stück aus, das die Kinder zunächst lesen. Die Rollenverteilung ist eine sehr zentrale Phase und erfolgt nicht nach dem Motto: Der Begabteste bekommt die Hauptpartie, sondern es soll Heranwachsenden gerade die Möglichkeit geboten werden, sich einmal in einer anderen Rolle zu erleben (als der, die sie im Alltag einnehmen).

Lehrer und Eltern leisten in dieser Jahrgangsstufe  noch einen wichtigen Beitrag und unterstützen die jungen Darsteller darin, bühnengerecht den Charakter des jeweils gewählten Protagonisten auszufüllen, organisieren und betreuen die Realisierung des Bühnenbildes und der Requisite mit.

Beim Klassenspiel geht es über das Sich-Hineinversetzen in eine andere Person hinaus um die Schulung sozialer Fähigkeiten. Denn (nur) im Miteinander, von der Besetzung der Hauptrolle bis zur allerkleinsten Nebenrolle, gilt: Jeder Beitrag ist gleich wichtig für eine gelungene Aufführung am Ende.

Rundum gelungen war auch in diesem Schuljahr das Acht-Klass-Spiel, das im März im Pavillon viele, viele Zuschauerinnen und Zuschauer begeisterte. Mit der Kriminalkomödie Arsen und Spitzenhäubchen zogen die Schülerinnen und Schüler das Publikum in ihren Bann und überzeugten nicht nur mit ihren herausragenden schauspielerischen Talenten. Alle waren ergriffen und gerührt.

Das Klassenspiel zum Ende der achten Klasse gehört ohne Frage zu den Highlights der Waldorfschulzeit. Und wie in jedem Jahr arbeitete auch diesmal die achte Klasse schon ab den Herbstferien voller Eifer daran. Das Stück war schnell ausgesucht und die Rollen ebenso schnell verteilt. Und dann kam die eigentliche Arbeit: Es wurden Listen geschrieben und Arbeitsgruppen gebildet. Denn es mussten ja jede Menge Ideen, Requisiten, Möbel, Teppiche, Farben, Kostüme und so weiter gesammelt werden. Es wurden Aufbau- und Probenpläne erstellt, Verpflegungs- und Buffetlisten zusammengetragen, Einsatzpläne geschrieben, Fotos geschossen, Einladungen und Ankündigungstexte verfasst, Plakate gemalt, die Technik musste geplant werden …. Kurzum, alle machten mit und trugen sehr engagiert und mit großer Freude zum Gelingen des Stückes bei.

Für die Schauspielerinnen und Schauspieler aus der Klasse stand natürlich außerdem das Textlernen noch im Vordergrund – und das war bei einigen Rollen wirklich mächtig viel Text. Alle Achtung, was einige der Jugendlichen da so leisteten!

In der Intensivprobenphase ging es dann ans Eingemachte. Unter der Regie von Frau Christmann und Frau Duschek wurde täglich geübt: Ausdruck, Mimik, Gesten, die richtige Betonung und was sonst noch so dazu gehört. Auch ein kleiner Walzer musste schnell noch einstudiert werden. Und natürlich gab es Zwischendurch auch einige „Hänger“: Sowohl Texthänger als auch Motivationseinbrüche sorgten kurz vor der Premiere noch ein wenig für Unmut, der dann aber mit dem Lampenfieber wieder verschwand.

Und dann war es Ende März endlich soweit: Die Kinder belohnten uns mit einer wirklich tollen Inszenierung und mit ihrem grandiosen Spiel von „Arsen und Spitzenhäubchen“, an drei Abenden, in drei verschiedenen Besetzungen. Jede Aufführung und jede Besetzung stand für sich und bot etwas Besonderes. Es ging um das Stück rund um die beiden schrulligen, aber äußerst liebenswerten alten Damen Abbey und Martha Brewster, die leidenschaftlich gern einsame alte Männer vergiften und in ihrem Keller begraben. Die Szenerie versetzte in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts, in eine Wohnstube in Brooklyn.

Was aber neben der absolut beeindruckenden Leistung bei den Aufführungen noch rüberkam und rührte, war, den Glanz in den Augen der Kinder zu sehen. Ihre Willenskraft, ihre Potenziale und ihre Stärken wurden augenscheinlich. Sie wuchsen förmlich über sich hinaus. Vielen, vielen Dank dafür!

Von Birgit Andrich