Schule unterwegs. Bildung ausserhalb des Sozialraums Schule.

»Wir stehen immer vor der Schwierigkeit, dass man die Kinder bis zum Abiturientenexamen bringt. Das ist eine sachliche Schwierigkeit. Da müsste man einen Ausweg suchen. Möglich wäre es trotzdem, die Kinder zum Abiturientenexamen zu bringen, wenn sie auch praktisch arbeiten. Es müssten diejenigen, die für praktische Arbeit geeignet sind, mehr für das Praktische unterrichtet werden, ohne dass man die Schule gabelt.«

Rudolf Steiner
In einer Konferenz mit Lehrern am 16. Januar 1921

Die Schüler erfahren die Bedeutung des Lebensraumes Wald für uns Menschen. Dieses Praktikum hat expliziten Arbeitscharakter. Herausforderung und Eigenwahrnehmung im ersten Kontakt mit der Arbeitswelt stehen im Vordergrund. Das Praktikum bedeutet eine starke Herausforderung mit intensiven Reizen und körperlicher Arbeit. Erfahrung der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns und eine Schärfung des sozialen Blicks gehen einher mit einer Stärkung der Lebenstüchtigkeit.

In der neunten Klasse schließt sich ein dreiwöchiges Landwirtschaftspraktikum an. Hier geht es nicht nur darum, die Entstehung unserer Nahrung zu erleben und ihren Wert für uns zu erkennen, sondern auch darum, erleben zu dürfen, dass man rechtschaffen müde einschläft, wenn man den ganzen Tag über körperlich gearbeitet hat.

Jeder Schüler der zehnten Klasse wählt sein eigenes Betriebspraktikum, welches seinen Wünsche und Vorstellungen entspricht. In diesen drei Wochen bekommen die Schüler einen Einblick in die Berufswelt.

In Klasse 11 steht dann ein dreiwöchiges Sozialpraktikum an, das das Bewusstsein für die Gestaltung des sozialen Miteinanders schärfen soll – zu einem Zeitpunkt, in dem die Fragestellung nach den eigenen zukünftigen Aufgaben im Leben der Jugendlichen immer deutlicher wird. Der Reifestand der jungen Menschen erlaubt einen Blick auf persönliche und intime menschliche Verhältnisse innerhalb der Gesellschaft. Respekt vor den Mitmenschen ist eine wertvolle Erfahrungen auf dem Weg ins Arbeitsleben.

Die berühmte Alpenüberquerung zum krönenden Abschluss der Klassenlehrerzeit - eine Herausforderung der besonderen Art.

In der 10. Klasse geht es an traditionell für zwei Wochen nach Russland. Zehn Jahre lang haben die Schülerinnen und Schüler die Sprache und Kultur des Landes (kennen-) gelernt und sind nun zumeist in der Lage, sich zu verständigen und können Erzähltes aus dem Unterricht selbst erleben und um die eigenen Erfahrungen bereichern.

In der elften Klasse geht es für 14 Tage hinaus ins Feldmess- oder Landvermessungspraktikum. Hier werden die mathematischen Kenntnisse der Trigonometrie-Epoche praktisch angewendet und so vertieft. Mit Theodolit und Nivelliergerät vermessen die Schüler und Schülerinnen ein mehrere Quadratkilometer großes Gelände und übertragen die gemessenen Werte in eine exakte Zeichnung.