Imkerei an der Waldorfschule Hagen

Lotte Berger
Silvia Neuper
Rainer Rudzynski

Unser Bienenjahr, mit der 3. Klasse von Frau Dinter, hat in diesem Jahr im noch sehr kalten April begonnen. Für die "großen" Imker beginnt das Bienenjahr bereits im Spätsommer des Vorjahres. Lotte Berger und ich, Silvia Neuper, haben als Schulimker das Bienenprojekt begleitet. Im Rahmen der Handwerker-Epoche sieht der Lehrplan an Waldorfschulen oft ein Bienenprojekt vor. So auch bei uns. Ein solches Projekt ist für alle Beteiligten immer etwas ganz Besonderes. Frau Dinter hat im Hauptunterricht bereits einige Einheiten zum Thema Bienen, zur Vorbereitung der Kinder, angeboten, als wir dann in einer späteren Schulstunde dazu gestoßen sind. Die Kinder sind naturgemäß allem Neuen sehr aufgeschlossen. Und es ist natürlich sehr interessant, wenn man Gäste hat. Wir haben uns dann zunächst einmal vorgestellt. Da Lotte Berger selbst Dänin ist, hat sie den Kindern ein dänisches Bienenlied beigebracht. Dieses Lied wurde zu unserem ständigen Begleiter im Bienenprojekt - und von Frau Dinter und den Kindern zur letzten Monatsfeier vor den großen Ferien für die Bühne einstudiert und präsentiert. Das war für alle Anwesenden eine schöne Überraschung - für uns jedoch der allerschönste Dank, den es gab.
Wir haben den Kindern außerdem einiges an Imkerwissen vermittelt, um sie für die praktische Arbeit an den Völkern vorzubereiten. So ist es beispielsweise unbedingt erforderlich einiges an Verhaltensregeln zu kennen. Denn man darf zum einen keine Angst haben (Bienen merken das!) und zum anderen muss man zügig arbeiten, aber nicht hektisch. Immerhin haben die kleinen Imker, genau wie wir auch, an den offenen Beuten gearbeitet. Beuten werden die Stöcke (meistens aus Holz, Styropor oder geflochtenem Bast) in Imkersprache genannt. Es ist aber dann doch erstaunlich, wie gut alles funktioniert hat und wie hervorragend die Kinder alles umgesetzt haben.

In der imkerlichen Praxis wird heute oft auf Schutzkleidung verzichtet, da die "modernen" Bienenzüchtungen bereits hinsichtlich einiger nicht gewünschten Eigenschaften optimiert wurden. Dazu gehören weniger Stechlust oder höherer Honigertrag. Wenn man mit Kindern imkert gehört aber eine angemessene Schutzausrüstung immer dazu. Eine ordentliche Hose (Arbeitshose oder Jeans) und feste Schuhe haben die Kinder von zu Hause mitgebracht. Ein richtiges Imkerhemd, Handschuhe und den bekannten Imkerschleier stellt die Schule zur Verfügung. Nach dem Anziehen der Schutzkleidung wurde immer der Smoker angezündet. "Nie ohne Rauch!" lautet eine alte Imkerweissheit. Der Smoker ist das Rauchgerät der Imker, in dem Baumrinde, Tannenzapfen oder auch Eierkartons verbrannt werden. Mit einem Blasebalg, wird der Rauch vorne gezielt herausgeblasen......